Thema 1: Künstliche Intelligenz bei Hausarbeiten
Wählen Sie eines der zwei Themen. Schreiben Sie einen Text, in dem Sie Ihren eigenen Standpunkt erarbeiten und argumentativ darlegen: mindestens 350 Wörter in 70 Minuten. Passen Sie Stil und Wortschatz der Textsorte an (Erörterung für ein Seminar oder persönliche Stellungnahme).Choose one of the two topics. Write a text in which you develop and argue your own position: at least 350 words in 70 minutes. Match your style and vocabulary to the text type (an essay for a seminar or a personal statement).
In einem Seminar zum Thema „Digitale Hochschule“ sollen Sie eine Erörterung schreiben. Die Frage lautet: Sollten Hochschulen erlauben, dass Studierende Programme mit künstlicher Intelligenz beim Verfassen von Hausarbeiten nutzen? Erarbeiten Sie Ihren eigenen Standpunkt und legen Sie ihn sachlich und argumentativ dar.
For a seminar on the “digital university”, write an argumentative essay: should universities allow students to use AI tools when writing term papers? Develop your own position and present it objectively. The bullet points are our suggested structure. At least 350 words in 70 minutes.
- die Ausgangslage kurz beschreiben
- Argumente für ein Verbot
- Argumente für eine Erlaubnis
- mögliche Regeln oder Bedingungen
- Ihre begründete Stellungnahme
at least 350 words · 70 minutes
Check your text
- Meine Einleitung führt in das Thema ein und nennt die Leitfrage, ohne schon die eigene Meinung vorwegzunehmen.My introduction presents the topic and the key question without giving away my own opinion yet.
- Ich stelle Argumente für beide Seiten dar, jeweils mit Begründung oder Beispiel, und gewichte sie.I present arguments for both sides, each with a reason or example, and weigh them.
- Ich schreibe sachlich und unpersönlich (zum Beispiel „Dafür spricht …“, „Es lässt sich einwenden …“) und vermeide Umgangssprache.I write objectively and impersonally (for example “Dafür spricht …”, “Es lässt sich einwenden …”) and avoid colloquial language.
- Mein Schluss zieht ein Fazit aus der Abwägung und begründet meinen Standpunkt.My conclusion draws on the weighing of arguments and justifies my position.
- Mein Text hat mindestens 350 Wörter, und ich war in 70 Minuten fertig, ohne ihn vorher komplett vorzuschreiben.My text has at least 350 words, and I finished within 70 minutes without writing a full draft first.
- Ich verwende komplexe Satzstrukturen (zum Beispiel Nebensätze, Passiv, Konjunktiv II, Nominalisierungen) und einen breiten, genauen Wortschatz.I use complex structures (for example subordinate clauses, passive, subjunctive II, nominalisations) and a wide, precise vocabulary.
- Ich habe auf Groß- und Kleinschreibung und auf die Kommaregeln geachtet.I have paid attention to capitalisation and comma rules.
Useful phrases
- Im Folgenden sollen die wichtigsten Argumente beider Seiten abgewogen werden.In what follows, the main arguments on both sides will be weighed.
- Für … spricht zunächst, dass …The first argument in favour of … is that …
- Hinzu kommt, dass …In addition, …
- Andererseits lässt sich nicht übersehen, dass …On the other hand, it cannot be overlooked that …
- Entscheidend scheint mir nicht die Frage, ob, sondern wie …The decisive question seems to me not whether, but how …
- Nach Abwägung aller Argumente halte ich … für …Having weighed all the arguments, I consider … to be …
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Künstliche Intelligenz bei Hausarbeiten – Verbot oder Chance?
Seit leistungsfähige Sprachprogramme frei zugänglich sind, stehen Hochschulen vor einer neuen Frage: Sollen Studierende diese Werkzeuge beim Verfassen von Hausarbeiten nutzen dürfen? Während einige Universitäten den Einsatz grundsätzlich untersagen, erlauben andere ihn ausdrücklich. Die Diskussion wird dabei häufig sehr emotional geführt. Im Folgenden sollen die wichtigsten Argumente beider Seiten abgewogen werden.
Für ein Verbot spricht zunächst, dass eine Hausarbeit eine eigenständige Leistung nachweisen soll. Wenn ein Programm Gliederung, Formulierungen oder gar ganze Absätze liefert, lässt sich kaum noch feststellen, was die Studierenden selbst gedacht haben. Hinzu kommt, dass gerade das mühsame Ringen um eine treffende Formulierung zum Lernprozess gehört. Wer diese Arbeit dauerhaft abgibt, so die Befürchtung, verlernt das wissenschaftliche Schreiben, bevor er es überhaupt beherrscht. Nicht zuletzt erfinden solche Programme mitunter Quellen, was bei unkritischer Übernahme zu gravierenden Fehlern führen kann. Dies gilt umso mehr, als Lehrende kaum die Zeit haben, jede Angabe zu überprüfen.
Andererseits lässt sich nicht übersehen, dass KI-Werkzeuge längst Teil des Berufsalltags sind. Ein Studium, das auf diese Realität nicht vorbereitet, verfehlt einen Teil seines Auftrags. Zudem ist ein Verbot praktisch kaum durchsetzbar, da sich maschinell erzeugte Texte nicht zuverlässig erkennen lassen. Es bestünde also die Gefahr, dass gerade ehrliche Studierende benachteiligt werden. Schließlich können die Programme durchaus sinnvoll eingesetzt werden, etwa um eine Gliederung zu überprüfen oder sprachliche Unsicherheiten zu beseitigen – ein Vorteil, von dem insbesondere internationale Studierende profitieren würden.
Entscheidend scheint mir daher nicht die Frage, ob, sondern wie KI genutzt werden darf. Denkbar wäre etwa, dass Studierende in einem Anhang offenlegen müssen, wofür sie welches Werkzeug verwendet haben. Darüber hinaus könnten Prüfungsformen an Bedeutung gewinnen, in denen die eigene Denkleistung sichtbar wird, beispielsweise eine mündliche Verteidigung der Hausarbeit. Ebenso wichtig wäre es, dass Lehrende im Unterricht zeigen, wo die Grenzen dieser Programme liegen, und gemeinsam mit den Studierenden erproben, wie man ihre Ergebnisse überprüft. Auf diese Weise würde der kritische Umgang mit Quellen, der ohnehin zum Kern wissenschaftlichen Arbeitens gehört, sogar gestärkt.
Nach Abwägung aller Argumente halte ich ein generelles Verbot für weder sinnvoll noch realistisch. Vielmehr sollten Hochschulen klare Regeln aufstellen und ihren Studierenden vermitteln, wie man diese Werkzeuge verantwortungsvoll und kritisch einsetzt. Nur so wird aus einer vermeintlichen Bedrohung eine Kompetenz, die über das Studium hinaus von Nutzen ist.
Model answer: 376 words