telc C1 Hochschule Schreiben

2 eigene Schreibaufgaben im Format von telc Deutsch C1 Hochschule: eine Erörterung für ein Seminar und eine persönliche Stellungnahme, jeweils mit Musterlösung, Checkliste und Redemitteln.

Über diese Fragen

Alle Texte, Namen, Hochschulen, Orte, Daten und Zahlen sind für die Übung erfunden. Unabhängige Übungen von FreeExamPath. Keine Verbindung zur telc gGmbH. Diese Übungen sind keine offiziellen Modelltests, und Ihr Ergebnis ist eine Übungsschätzung, keine telc-Punktzahl.

Schreiben wird nicht automatisch bewertet: Vergleichen Sie Ihren Text mit der Checkliste und der Musterlösung. Was Sie eintippen, wird weder gesendet noch gespeichert.

Schriftlicher Ausdruck: argumentativer Text

Schreiben

Thema 1: Künstliche Intelligenz bei Hausarbeiten

Wählen Sie eines der zwei Themen. Schreiben Sie einen Text, in dem Sie Ihren eigenen Standpunkt erarbeiten und argumentativ darlegen: mindestens 350 Wörter in 70 Minuten. Passen Sie Stil und Wortschatz der Textsorte an (Erörterung für ein Seminar oder persönliche Stellungnahme).

In einem Seminar zum Thema „Digitale Hochschule“ sollen Sie eine Erörterung schreiben. Die Frage lautet: Sollten Hochschulen erlauben, dass Studierende Programme mit künstlicher Intelligenz beim Verfassen von Hausarbeiten nutzen? Erarbeiten Sie Ihren eigenen Standpunkt und legen Sie ihn sachlich und argumentativ dar.

  • die Ausgangslage kurz beschreiben
  • Argumente für ein Verbot
  • Argumente für eine Erlaubnis
  • mögliche Regeln oder Bedingungen
  • Ihre begründete Stellungnahme

mindestens 350 Wörter · 70 Minuten

Text überprüfen
  • Meine Einleitung führt in das Thema ein und nennt die Leitfrage, ohne schon die eigene Meinung vorwegzunehmen.
  • Ich stelle Argumente für beide Seiten dar, jeweils mit Begründung oder Beispiel, und gewichte sie.
  • Ich schreibe sachlich und unpersönlich (zum Beispiel „Dafür spricht …“, „Es lässt sich einwenden …“) und vermeide Umgangssprache.
  • Mein Schluss zieht ein Fazit aus der Abwägung und begründet meinen Standpunkt.
  • Mein Text hat mindestens 350 Wörter, und ich war in 70 Minuten fertig, ohne ihn vorher komplett vorzuschreiben.
  • Ich verwende komplexe Satzstrukturen (zum Beispiel Nebensätze, Passiv, Konjunktiv II, Nominalisierungen) und einen breiten, genauen Wortschatz.
  • Ich habe auf Groß- und Kleinschreibung und auf die Kommaregeln geachtet.
Nützliche Redemittel
  • Im Folgenden sollen die wichtigsten Argumente beider Seiten abgewogen werden.
  • Für … spricht zunächst, dass …
  • Hinzu kommt, dass …
  • Andererseits lässt sich nicht übersehen, dass …
  • Entscheidend scheint mir nicht die Frage, ob, sondern wie …
  • Nach Abwägung aller Argumente halte ich … für …
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Künstliche Intelligenz bei Hausarbeiten – Verbot oder Chance?

Seit leistungsfähige Sprachprogramme frei zugänglich sind, stehen Hochschulen vor einer neuen Frage: Sollen Studierende diese Werkzeuge beim Verfassen von Hausarbeiten nutzen dürfen? Während einige Universitäten den Einsatz grundsätzlich untersagen, erlauben andere ihn ausdrücklich. Die Diskussion wird dabei häufig sehr emotional geführt. Im Folgenden sollen die wichtigsten Argumente beider Seiten abgewogen werden.

Für ein Verbot spricht zunächst, dass eine Hausarbeit eine eigenständige Leistung nachweisen soll. Wenn ein Programm Gliederung, Formulierungen oder gar ganze Absätze liefert, lässt sich kaum noch feststellen, was die Studierenden selbst gedacht haben. Hinzu kommt, dass gerade das mühsame Ringen um eine treffende Formulierung zum Lernprozess gehört. Wer diese Arbeit dauerhaft abgibt, so die Befürchtung, verlernt das wissenschaftliche Schreiben, bevor er es überhaupt beherrscht. Nicht zuletzt erfinden solche Programme mitunter Quellen, was bei unkritischer Übernahme zu gravierenden Fehlern führen kann. Dies gilt umso mehr, als Lehrende kaum die Zeit haben, jede Angabe zu überprüfen.

Andererseits lässt sich nicht übersehen, dass KI-Werkzeuge längst Teil des Berufsalltags sind. Ein Studium, das auf diese Realität nicht vorbereitet, verfehlt einen Teil seines Auftrags. Zudem ist ein Verbot praktisch kaum durchsetzbar, da sich maschinell erzeugte Texte nicht zuverlässig erkennen lassen. Es bestünde also die Gefahr, dass gerade ehrliche Studierende benachteiligt werden. Schließlich können die Programme durchaus sinnvoll eingesetzt werden, etwa um eine Gliederung zu überprüfen oder sprachliche Unsicherheiten zu beseitigen – ein Vorteil, von dem insbesondere internationale Studierende profitieren würden.

Entscheidend scheint mir daher nicht die Frage, ob, sondern wie KI genutzt werden darf. Denkbar wäre etwa, dass Studierende in einem Anhang offenlegen müssen, wofür sie welches Werkzeug verwendet haben. Darüber hinaus könnten Prüfungsformen an Bedeutung gewinnen, in denen die eigene Denkleistung sichtbar wird, beispielsweise eine mündliche Verteidigung der Hausarbeit. Ebenso wichtig wäre es, dass Lehrende im Unterricht zeigen, wo die Grenzen dieser Programme liegen, und gemeinsam mit den Studierenden erproben, wie man ihre Ergebnisse überprüft. Auf diese Weise würde der kritische Umgang mit Quellen, der ohnehin zum Kern wissenschaftlichen Arbeitens gehört, sogar gestärkt.

Nach Abwägung aller Argumente halte ich ein generelles Verbot für weder sinnvoll noch realistisch. Vielmehr sollten Hochschulen klare Regeln aufstellen und ihren Studierenden vermitteln, wie man diese Werkzeuge verantwortungsvoll und kritisch einsetzt. Nur so wird aus einer vermeintlichen Bedrohung eine Kompetenz, die über das Studium hinaus von Nutzen ist.

Musterlösung: 376 Wörter

Schreiben

Thema 2: Ein Auslandssemester für alle?

Wählen Sie eines der zwei Themen. Schreiben Sie einen Text, in dem Sie Ihren eigenen Standpunkt erarbeiten und argumentativ darlegen: mindestens 350 Wörter in 70 Minuten. Passen Sie Stil und Wortschatz der Textsorte an (Erörterung für ein Seminar oder persönliche Stellungnahme).

Die Zeitschrift der Studierendenvertretung Ihrer Hochschule bittet um Beiträge zu der Frage: Sollte ein Auslandssemester für alle Studierenden verpflichtend sein? Schreiben Sie eine persönliche Stellungnahme, in der Sie Ihren Standpunkt begründen.

  • eigene Erfahrungen oder Beobachtungen
  • Vorteile eines Auslandssemesters
  • mögliche Hindernisse
  • Alternativen oder Vorschläge
  • Ihre begründete Meinung

mindestens 350 Wörter · 70 Minuten

Text überprüfen
  • Mein Text hat eine Überschrift und eine Einleitung, die zeigt, warum mich das Thema persönlich betrifft.
  • Ich stütze meine Meinung auf eigene Erfahrungen oder konkrete Beispiele und bewerte sie.
  • Ich gehe auch auf die Gegenposition ein und zeige, warum ich sie für schwächer halte.
  • Der Text ist klar gegliedert, und die Absätze sind mit Ausdrücken wie „dennoch“, „hinzu kommt“ oder „mein Fazit lautet“ verbunden.
  • Mein Text hat mindestens 350 Wörter, und ich war in 70 Minuten fertig, ohne ihn vorher komplett vorzuschreiben.
  • Ich verwende komplexe Satzstrukturen (zum Beispiel Nebensätze, Passiv, Konjunktiv II, Nominalisierungen) und einen breiten, genauen Wortschatz.
  • Ich habe auf Groß- und Kleinschreibung und auf die Kommaregeln geachtet.
Nützliche Redemittel
  • Die Frage, ob …, hat mich sofort beschäftigt.
  • Ich bin überzeugt, dass …
  • Dennoch halte ich … für den falschen Weg.
  • … würde ausgerechnet diejenigen benachteiligen, die …
  • Statt … wünsche ich mir, dass …
  • Mein Fazit lautet daher: …
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Auslandssemester für alle? Ja – aber nicht als Zwang

Als ich vor zwei Jahren für ein Semester nach Lissabon ging, hatte ich keine Ahnung, wie sehr mich diese Monate verändern würden. Deshalb hat mich die Frage, ob ein Auslandssemester für alle Studierenden verpflichtend sein sollte, sofort beschäftigt. Meine Antwort fällt allerdings anders aus, als man vielleicht erwarten würde.

Zunächst zu den Vorteilen, die ich selbst erlebt habe. Natürlich habe ich meine Sprachkenntnisse verbessert, doch das war fast Nebensache. Viel wichtiger war, dass ich zum ersten Mal ganz auf mich allein gestellt war: Ich musste eine Wohnung finden, mich in einem fremden Hochschulsystem zurechtfinden und mit Menschen zusammenarbeiten, die ganz andere Vorstellungen von Pünktlichkeit und Diskussionskultur hatten als ich. Ich bin überzeugt, dass mir diese Erfahrungen heute in jeder Gruppenarbeit zugutekommen. Außerdem habe ich gelernt, meine eigene Kultur mit anderen Augen zu sehen.

Dennoch halte ich eine Pflicht für den falschen Weg. In meinem Freundeskreis gibt es mehrere Kommilitoninnen und Kommilitonen, für die ein Aufenthalt im Ausland schlicht nicht machbar wäre. Eine Freundin pflegt ihre kranke Mutter, ein anderer finanziert sein Studium mit zwei Nebenjobs, die er bei einer längeren Abwesenheit verlieren würde. Auch Studierende mit Kindern oder mit gesundheitlichen Einschränkungen würden durch eine solche Regel vor kaum lösbare Probleme gestellt. Eine Pflicht würde also ausgerechnet diejenigen benachteiligen, die es ohnehin schon schwerer haben.

Hinzu kommt, dass Erfahrungen, die man unfreiwillig macht, selten so wertvoll sind wie solche, für die man sich bewusst entscheidet. Mein Auslandssemester war vor allem deshalb so bereichernd, weil ich es wollte und mich lange darauf vorbereitet hatte. Wer dagegen nur ins Ausland geht, weil die Prüfungsordnung es verlangt, wird die Zeit womöglich eher absitzen, als sie wirklich zu nutzen.

Was wäre also die Alternative? Statt einer Pflicht wünsche ich mir, dass Hochschulen die Hürden konsequent abbauen. Dazu gehören eine verlässliche Anerkennung der im Ausland erbrachten Leistungen, ausreichende finanzielle Unterstützung und eine frühzeitige Beratung. Für alle, die nicht ins Ausland gehen können, sollte es außerdem Angebote vor Ort geben, etwa internationale Projekte oder Tandemprogramme mit Gaststudierenden.

Mein Fazit lautet daher: Ein Auslandssemester ist eine großartige Chance, die möglichst vielen offenstehen sollte. Eine Chance wird jedoch nicht dadurch größer, dass man sie vorschreibt, sondern dadurch, dass man sie allen ermöglicht.

Musterlösung: 371 Wörter

Kostenloses offizielles Übungsmaterial

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